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Stahlkanten einsetzen DIY

Innenliegende Stahlkanten - braucht’s des oder nicht? Die Diskussion darüber dauert mindestens so lange, wie die Arbeit selbst, also spuck ich einfach in die Hände.


 Umbau_02
 
Außer Frage steht, dass Stahlkanten auf 450mm völlig ausreichen. Hier zeige ich dir, wie du die nachträglich in ein DIY-Splitboard rein bekommst.
 
 CD_EDGE_2
 
 
Bei partiell eingesetzten Stahlkanten müssen wir uns entscheiden, wo sie hin sollen, bzw. wo der maximale Aufdruck stattfindet. Der Nullpunkt  befindet sich bei mir mittig, zwischen dem Rotationspunkt des Brackets und dem Ende der Steighilfe.
 
Kantenl-nge
 
Von da aus zeichne ich die gewünschte halbe Länge der innenliegenden Stahlkanten an. 2 x1/2 gibt ein Ganzes. Tipp: Einfach den Bereich zwischen den Bindungslochstich als gesetzt sehen, da bist auch richtig.
 
Kanten_laenge
 
Und so geht’s: Als erstes fräsen wir den Freiraum für die Stahlkantenverkrallung ein.
 
Dremel_01
 
Da gibt’s mehrere Möglichkeiten, die einfachste besteht aus einem Dremel und einem schmalen Schneideblatt mit 1 mm Breite. Damit trage ich vorsichtig Schicht für Schicht ab. Eine Schutzbrille, Staubmaske  schadet nicht, ein Knecht mit Staubsauger bringt auch was.
 
Tiefe_Dremel
 
Dabei immer wieder kontrollieren, ob die Tiefe schon erreicht ist. D.h. wir stechen zwischen den Untergurt und dem Kern ein, und schaffen den Freiraum für den Stahl. Den Untergurt kratzen wir nur leicht an. Immer schön gemütlich, denn dabei sollte auf keinen Fall zu viel Hitze entstehen, damit sich der Belag nicht zu stark verformt. In der Vergangenheit hab ich den Untergurt meist ausgenommen, dass  war aber in meinen Augen  suboptimal, heute hab ich da eine andere Denke.
 
Einstich
 
Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich. 
Fräse auf Tiefenanschlag der Stahlkantenhöhe einstellen (in meinen Fall1,8 mm) + 0,5 mm für den Klebespalt das ergibt in Summe 2,3 mm Frästiefe.
 
Einstich_Belag
 
Über einen seitlichen Anschlag trage ich die Kantenbreite im Belag ab. D.h. es sind zwei Einstellungen für den ersten Arbeitsschritt nötig: Die Tiefe und die Breite der Kante. Wichtig: Bei der Breite sollte man mit 0,0 mm Luft arbeiten. 
 
Kante_Breite
 
Lieber weniger wegfräsen, da die Kante an der Außenseite mit dem Kantenhobel nachgearbeitet werden kann, aber nur im 0,1-0,2 mm Bereich.
 
Uebertrag

Jede Boardhälfte wandert einzeln unter den Fräser.
Damit’s schön symmetrisch wird, setze ich die Boardhälften zusammen und übertrage das Maß auf die zweite Splitboarhälfte übertragen.
 
Einpassen_01
 
Nächster Tipp: Erst Belag ausfräsen dann die Kanten ablägen – sonst wird des nix.
 
Verrunden
 
Jetzt erst wird die Kante abgelängt und seitlich angeschliffen, um im Übergang keinen Sichtspalt am Belag zu bekommen.
 
VDS_Strip

Passt wie der Arsch auf den Eimer. Nun ist es an der Zeit, das Epoxidharz anzurühren. Dafür mische kurz geschnittene, feinste Glasfaserschnitzel ins Harz. Die haben sich als überaus nützliche Fugenschließer bewährt.
Nächster Tipp: VDS Strip zur optimalen Verklebung, Abdämpfung einfügen.
 
Einpassen_01

Jetzt geht’s wie bei den Maurers: Schalung aufbauen und mit Klebeband fixieren.
 
Schalung
 
Semifinale: Stahlkanten, Klebespalt und VDS Strip ordentlich benetzen, anschließend einfügen.
 
Einsetzen_01
 
Nach der Abbindezeit und der Aushärtung können wir uns mit den finalen Arbeiten beschäftigen.
 
Finish_01
 
Planschleifen, bis beide Boardhälften genauso zusammen gehen, wie vorher auch.
 
Finish_02
 
Man könnte natürlich auch gleich den gesamten Kern zurücksetzen und beim Kanteneinsetzen die gesamte Schnittfläche mit dem Harz versiegeln. Ich mach das aber generell nicht mehr. Zu viel Arbeit und zu viel Gemurkste am Kern. Extra PU-Lack und anschließend immer wieder beim Service mitgewachst - des passt auch.

Umbau_02

Zum Abschluss das Übliche: Alle hier gezeigten Arbeiten beruhen auf meinen rein persönlichen Erfahrungen, wer da was nachmacht, handelt auf eigenes Risiko. Und noch was: Diesen Essay habe ich nicht nur zum Spaß verfasst. Wer hier anruft und fragt, ob ich ihm die Kanten einsetze, hört mit Sicherheit ein Tuten.
 
 
 
Markus
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